Rechtsanwaltskanzlei Thomas G. Zinder

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Verkehrsunfall

Es gibt Lebenssituationen, in denen mehrere der genannten Rechtsgebiete Bedeutung erlangen können. Denken Sie an einen Verkehrsunfall eines Angestellten, nennen wir ihn Herr Müller, mit seinem Fahrzeug auf dem Weg zur Arbeit. Herr Müller wird schwer verletzt. Der Unfallhergang ist unklar. Herrn Müller wird ein Mitverschulden am Zustandekommen des Unfalles vorgeworfen.

Es geht u.a. – nicht in erster Linie – um die Regulierung der Schäden an Fahrzeug des Herrn Müller. Dies gehört zum Verkehrszivilrecht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen der Mitverursachung gegen Herrn Müller. Dies gehört in den Bereich des Verkehrsstrafrechts.

Die medizinische Behandlung wird von der zuständigen Berufsgenossenschaft bezahlt – ohne Rücksicht auf ein Mitverschulden. Wenn die Berufsgenossenschaft Zweifel am Vorliegen eines Arbeitsunfalles (hier: Wegeunfalles) hat, etwa weil Herr Müller einen Umweg gefahren sein könnte, ist dies eine sozialrechtliche Fragestellung. Bleibt die Frage streitig, muss ggf. ein Verfahren vor dem Sozialgericht durchgeführt werden.

Wenn Herr Müller bleibende körperliche Schäden erleidet und er über eine private Unfallversicherung verfügt, muss er diese bleibenden Schäden innerhalb bestimmter Fristen bei seinem Versicherer anmelden. Diese Fragen gehören in den Bereich des Versicherungsrechts. Gehen die Auffassungen über den Umfang (Grad) der bleibenden Schäden (Invalidität) auseinander, wird diese Frage vor dem Zivilgericht geklärt.

Ist Herr Müller aufgrund des Unfalls längere Zeit arbeitsunfähig oder gar nicht mehr in der Lage, seine berufliche Tätigkeit auszuüben, könnte Berufsunfähigkeit vorliegen und seine Berufsunfähigkeitsversicherung könnte eintrittspflichtig sein. Wieder eine Aufgabenstellung aus dem Versicherungsrecht.

Aufgrund der langen Arbeitsunfähigkeit könnte der Arbeitgeber von Herrn Müller auf den Gedanken kommen, ihn wegen der langen Fehlzeit zu kündigen. Hier liegt eine arbeitsrechtliche Fragestellung vor.

So können aus einem Unfallereignis heraus sowohl das Verkehrsrecht, das Sozialreicht, das Versicherungsrecht und das Arbeitsrecht betroffen sein.

Schlussendlich könnte es im Rahmen der ärztlichen Behandlung zu einem Behandlungsfehler gekommen sein, weshalb beispielsweise das beim Unfall verletzte Knie steif bleibt. So kann auch die Arzthaftung zum Thema werden.